Frauengesundheit

Bakterielle Vaginose: Wenn das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht gerät

Fischiger Geruch, grau-weißer Ausfluss: Woran du eine bakterielle Vaginose erkennst, wie sie sich vom Scheidenpilz unterscheidet und was hilft.

Veröffentlicht: 15. September 2026 Aktualisiert: 15. September 2026 6 Min. Lesezeit
Gefaltete weiße Baumwollwäsche und Handtücher auf einem Holzregal im hellen Bad

Die bakterielle Vaginose ist eine der häufigsten Ursachen für veränderten Ausfluss – und trotzdem kennen viele Frauen den Begriff kaum. Sie ist keine Geschlechtskrankheit und kein Zeichen mangelnder Hygiene. Vielmehr geraten die natürlichen Bakterien der Scheide aus dem Gleichgewicht. Wer die typischen Anzeichen kennt, kann sie besser einordnen und vermeidet falsche Selbstbehandlungen.

Was im Scheidenmilieu passiert

Eine gesunde Scheidenflora wird von Milchsäurebakterien dominiert. Sie halten den pH-Wert leicht sauer und schützen so vor unerwünschten Keimen. Bei einer bakteriellen Vaginose nehmen diese schützenden Bakterien ab, während andere Bakterienarten überhandnehmen.

Begünstigt werden kann das unter anderem durch häufige Scheidenspülungen, parfümierte Intimprodukte, hormonelle Schwankungen, einen Partnerwechsel oder Rauchen. Oft lässt sich aber kein klarer Auslöser finden.

Typische Anzeichen – und der Unterschied zum Scheidenpilz

Charakteristisch ist ein dünnflüssiger, grau-weißlicher Ausfluss mit fischartigem Geruch, der nach dem Geschlechtsverkehr oder während der Periode oft stärker wird. Juckreiz und Brennen sind eher mild oder fehlen ganz. Etwa die Hälfte der Betroffenen bemerkt gar keine Beschwerden.

Ein Scheidenpilz äußert sich dagegen meist durch starken Juckreiz, Rötung und einen weißlich-krümeligen, eher geruchlosen Ausfluss. Weil die Behandlung völlig unterschiedlich ist, bringt eine Pilzbehandlung bei einer Vaginose nichts – und umgekehrt.

Diagnose und Behandlung

In der frauenärztlichen Praxis lässt sich die Diagnose meist schnell stellen: Messung des pH-Werts, Begutachtung des Ausflusses und eine mikroskopische Untersuchung. Behandelt wird in der Regel mit verschreibungspflichtigen Mitteln, die als Tabletten oder zur lokalen Anwendung verordnet werden. Welche Form passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Rückfälle sind leider häufig. Wer immer wieder betroffen ist, sollte das offen ansprechen – dann können längere Behandlungsschemata oder eine Begleitung zur Stabilisierung der Scheidenflora besprochen werden.

Was du selbst tun kannst

Weniger ist mehr: Den Intimbereich nur mit klarem Wasser oder einer milden, pH-neutralen Waschlotion reinigen, auf Scheidenspülungen, Intimsprays und parfümierte Slipeinlagen verzichten. Atmungsaktive Baumwollunterwäsche ist meist angenehmer als Synthetik.

Milchsäure-Präparate aus der Apotheke werden teils zur Vorbeugung eingesetzt; ihr Nutzen ist nicht für alle eindeutig belegt. Sie ersetzen keine Behandlung einer bestehenden Infektion.

Zusammenfassung

Bei einer bakteriellen Vaginose ist das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora gestört. Typisch ist ein dünner, fischig riechender Ausfluss. Die Behandlung unterscheidet sich vom Scheidenpilz und gehört in ärztliche Hand – besonders in der Schwangerschaft.

Häufige Fragen

Bei männlichen Partnern wird das in der Regel nicht empfohlen. Bei Partnerinnen kann es anders aussehen – sprich das in der Praxis an.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich an deine Ärztin, deinen Arzt oder eine andere qualifizierte medizinische Fachperson.

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