Gesundheitswissen

Leberflecken und Muttermale: Wann ein Fleck zum Arzt gehört

Die meisten Pigmentmale sind harmlos. Mit der ABCDE-Regel, regelmäßigem Selbstcheck und dem Hautkrebs-Screening erkennst du Veränderungen früh.

Veröffentlicht: 18. Juli 2026 Aktualisiert: 18. Juli 2026 9 Min. Lesezeit
Hautärztin untersucht mit einem Auflichtmikroskop die Schulter eines Mannes

Fast jeder Mensch hat sie, manche nur wenige, andere über hundert: Leberflecken. Im Alltag werden sie oft auch Muttermale genannt – und tatsächlich meinen beide Begriffe meist dasselbe, nämlich gutartige Ansammlungen pigmentbildender Zellen. Fachlich heißen sie Nävi. In seltenen Fällen kann sich aus einem Pigmentmal oder auf gesunder Haut schwarzer Hautkrebs entwickeln. Wer weiß, worauf zu achten ist, kann Veränderungen früh entdecken – und früh entdeckt ist Hautkrebs in aller Regel sehr gut heilbar.

Leberfleck, Muttermal, Sommersprosse – was ist was?

Leberflecken haben mit der Leber nichts zu tun; der Name stammt von ihrer Farbe. Viele entstehen in Kindheit und Jugend, vor allem durch Sonnenexposition. Angeborene Male sind bereits bei der Geburt vorhanden und werden besonders im engeren Sinn als Muttermale bezeichnet.

Sommersprossen sind dagegen kleine, flache Pigmentflecken, die im Sommer dunkler werden und im Winter verblassen. Altersflecken entstehen durch jahrelange Sonneneinwirkung auf Gesicht und Handrücken. Beide sind harmlos, sollten aber von verdächtigen Flecken unterschieden werden.

Die ABCDE-Regel für den Selbstcheck

A wie Asymmetrie: Das Mal ist nicht gleichmäßig rund oder oval. B wie Begrenzung: Der Rand ist unscharf, ausgefranst oder läuft aus. C wie Colour (Farbe): Mehrere Farbtöne wie Hell- und Dunkelbraun, Schwarz, Rot oder Grau in einem Fleck.

D wie Durchmesser: Größer als etwa fünf Millimeter. E wie Entwicklung: Das Mal verändert Größe, Form, Farbe oder Höhe, juckt, blutet oder nässt. Gerade Veränderungen sind das wichtigste Warnsignal.

Hilfreich ist auch das Prinzip des hässlichen Entleins: Ein Fleck, der ganz anders aussieht als alle anderen, verdient einen genaueren Blick.

Wer ein erhöhtes Risiko hat

Ein höheres Hautkrebsrisiko haben Menschen mit heller Haut, rötlichen oder blonden Haaren, vielen oder auffälligen Leberflecken, häufigen Sonnenbränden – besonders in der Kindheit –, Solariumnutzung, Hautkrebs in der Familie oder einem geschwächten Immunsystem.

Neben dem schwarzen Hautkrebs gibt es die häufigeren hellen Hautkrebsformen. Sie entstehen vor allem an sonnenexponierten Stellen wie Gesicht, Ohren, Glatze oder Handrücken und zeigen sich oft als raue, schuppende Stelle, glasiges Knötchen oder Wunde, die nicht heilt.

Hautkrebs-Screening und Untersuchung

Gesetzlich Versicherte haben in Deutschland ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening bei dafür qualifizierten Haus- oder Hautärzten. Dabei wird die gesamte Haut einschließlich Kopfhaut, Fußsohlen und Schleimhäuten angeschaut.

Mit dem Auflichtmikroskop lassen sich Strukturen im Pigmentmal sichtbar machen, die mit bloßem Auge verborgen bleiben. Erscheint ein Fleck verdächtig, wird er meist in örtlicher Betäubung vollständig entfernt und feingeweblich untersucht – ein kleiner, in der Regel unkomplizierter Eingriff.

Sonnenschutz: die wirksamste Vorsorge

Mittagssonne meiden, Schatten suchen, Kleidung, Hut und Sonnenbrille tragen und unbedeckte Haut großzügig mit Sonnenschutz eincremen – auch an bewölkten Tagen und regelmäßig erneuern. Kinderhaut braucht besonders viel Schutz.

Auf Solarien sollte ganz verzichtet werden. Leberflecken selbst sollten nicht aufgekratzt, abgebunden oder zu Hause entfernt werden; das erschwert die Beurteilung und kann Narben hinterlassen.

Zusammenfassung

Leberflecken und Muttermale sind meist harmlose Pigmentmale. Die ABCDE-Regel und der Blick auf Veränderungen helfen, Verdächtiges zu erkennen. Ab 35 Jahren gibt es alle zwei Jahre ein kostenloses Hautkrebs-Screening. Konsequenter Sonnenschutz ist die beste Vorsorge.

Häufige Fragen

Im Alltag ja – beide meinen gutartige Pigmentmale. Fachlich wird manchmal zwischen angeborenen und später entstandenen Malen unterschieden.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich an deine Ärztin, deinen Arzt oder eine andere qualifizierte medizinische Fachperson.

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