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Schilddrüse: Wenn der Taktgeber des Körpers aus dem Rhythmus gerät

Müde und frierend oder nervös und schwitzend? Wie Schilddrüsen-Unter- und -Überfunktion den ganzen Körper beeinflussen und wie sie behandelt werden.

Veröffentlicht: 12. August 2026 Aktualisiert: 12. August 2026 9 Min. Lesezeit
Frau berührt vor dem Spiegel sanft die Vorderseite ihres Halses

Die Schilddrüse ist klein, schmetterlingsförmig und sitzt vorn am Hals – doch ihre Hormone beeinflussen fast jede Zelle des Körpers: Energieverbrauch, Herzschlag, Temperatur, Verdauung, Stimmung, Haut und Haare. Schilddrüsenerkrankungen sind sehr häufig, besonders bei Frauen. Die meisten lassen sich gut erkennen und behandeln.

Unterfunktion: wenn alles langsamer wird

Bei einer Unterfunktion bildet die Schilddrüse zu wenig Hormone. Typisch sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung, Verstopfung, trockene Haut, brüchige Haare, Konzentrationsschwäche und gedrückte Stimmung.

Häufigste Ursache in Deutschland ist eine chronische Autoimmunentzündung der Schilddrüse, die Hashimoto-Thyreoiditis. Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und werden lange anderen Ursachen zugeschrieben.

Überfunktion: wenn der Motor überdreht

Bei einer Überfunktion entstehen zu viele Hormone. Das zeigt sich durch Herzrasen, innere Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen, Zittern, Schwitzen, Wärmeempfindlichkeit, Gewichtsverlust trotz Appetit und häufigen Stuhlgang.

Ursachen sind vor allem eine Autoimmunerkrankung namens Morbus Basedow, die auch die Augen betreffen kann, oder Knoten, die unkontrolliert Hormone bilden.

Knoten und Vergrößerung

Knoten in der Schilddrüse sind sehr häufig und meist gutartig. Sie werden oft zufällig im Ultraschall entdeckt. Größere Knoten oder eine vergrößerte Schilddrüse können ein Druckgefühl am Hals oder Schluckbeschwerden verursachen.

Ob ein Knoten weiter untersucht werden muss, hängt von Größe, Ultraschallmerkmalen und Hormonwerten ab. Ein harter, schnell wachsender Knoten oder anhaltende Heiserkeit sollten zügig abgeklärt werden.

Diagnose und Behandlung

Ein Bluttest auf das steuernde Hormon TSH ist der wichtigste erste Schritt; je nach Ergebnis folgen weitere Hormon- und Antikörperwerte sowie ein Ultraschall.

Eine Unterfunktion wird meist mit einem Hormonersatz behandelt, der täglich eingenommen und anhand der Blutwerte eingestellt wird. Bei einer Überfunktion kommen Medikamente, die die Hormonbildung bremsen, eine Radiojodtherapie oder eine Operation infrage. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, besonders bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft.

Jod: so viel wie nötig

Die Schilddrüse braucht Jod, um Hormone zu bilden. Jodsalz, Seefisch und Milchprodukte tragen zur Versorgung bei. Hochdosierte Jodpräparate oder Algenprodukte sollten dagegen nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden, besonders bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen.

Zusammenfassung

Die Schilddrüse steuert den Stoffwechsel des ganzen Körpers. Eine Unterfunktion macht müde, kälteempfindlich und träge, eine Überfunktion unruhig, schwitzig und schnell. Ein einfacher Bluttest gibt erste Klarheit, und beide Formen lassen sich gut behandeln.

Häufige Fragen

Sie kann zu einer moderaten Gewichtszunahme führen, oft auch durch Wassereinlagerungen. Mit guter Einstellung normalisiert sich das häufig.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich an deine Ärztin, deinen Arzt oder eine andere qualifizierte medizinische Fachperson.

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