Gesundheitswissen

Schlaganfall: Mit dem BE-FAST-Test Leben retten

Hängender Mundwinkel, schwacher Arm, verwaschene Sprache: Wie du einen Schlaganfall in Sekunden erkennst, warum jede Minute zählt und wie du vorbeugst.

Veröffentlicht: 15. Mai 2026 Aktualisiert: 30. Juni 2026 9 Min. Lesezeit
Älteres Paar spaziert Arm in Arm an einem herbstlichen Seeufer

Ein Schlaganfall trifft das Gehirn – plötzlich und oft ohne Vorwarnung. Er ist einer der häufigsten Gründe für bleibende Behinderungen im Erwachsenenalter. Dabei gilt wie beim Herzinfarkt: Zeit ist Gehirn. Je schneller Betroffene in einer spezialisierten Klinik behandelt werden, desto mehr Nervengewebe lässt sich retten. Jeder kann lernen, die Zeichen zu erkennen.

Was bei einem Schlaganfall passiert

In den meisten Fällen verschließt ein Blutgerinnsel ein Gefäß im Gehirn oder ein zum Gehirn führendes Gefäß. Seltener reißt ein Blutgefäß und es kommt zu einer Hirnblutung. In beiden Fällen werden Nervenzellen nicht mehr ausreichend versorgt und sterben ab.

Welche Ausfälle entstehen, hängt davon ab, welche Hirnregion betroffen ist – etwa Bewegung, Sprache, Sehen oder Gleichgewicht.

Der BE-FAST-Test

B wie Balance: Plötzlicher Schwindel, Gangunsicherheit oder Gleichgewichtsstörung? E wie Eyes: Plötzliche Sehstörung, Doppelbilder oder Ausfall auf einem Auge? F wie Face: Bitte die Person zu lächeln – hängt ein Mundwinkel herab?

A wie Arms: Beide Arme nach vorne strecken und Handflächen nach oben drehen – sinkt ein Arm ab oder dreht sich? S wie Speech: Einen einfachen Satz nachsprechen lassen – ist die Sprache verwaschen oder unverständlich? T wie Time: Bei auch nur einem dieser Zeichen sofort 112 wählen und sich den Zeitpunkt merken, wann die Beschwerden begonnen haben.

Weitere mögliche Zeichen sind plötzliche, nie dagewesene stärkste Kopfschmerzen, Verwirrtheit und Taubheit einer Körperhälfte.

Behandlung auf der Stroke Unit

In spezialisierten Schlaganfall-Stationen wird rasch eine Bildgebung des Kopfes gemacht, um Gerinnsel und Blutung zu unterscheiden. Bei einem Gefäßverschluss kann das Gerinnsel medikamentös aufgelöst oder bei großen Gefäßen per Katheter entfernt werden – beides wirkt umso besser, je früher es beginnt.

Danach folgen Überwachung, die Suche nach der Ursache und frühzeitig Rehabilitation mit Physio-, Ergo- und Sprachtherapie. Das Gehirn kann sich in erstaunlichem Maß neu organisieren; viele Fähigkeiten lassen sich wiedergewinnen.

Risikofaktoren und Vorbeugung

Wichtigster beeinflussbarer Risikofaktor ist Bluthochdruck. Dazu kommen Vorhofflimmern – eine häufige Herzrhythmusstörung, die Gerinnsel im Herzen begünstigt –, Rauchen, Diabetes, erhöhte Blutfette, Übergewicht, Bewegungsmangel und hoher Alkoholkonsum.

Regelmäßige Blutdruckmessung, Rauchstopp, Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und gut eingestellte Begleiterkrankungen senken das Risiko deutlich. Ein unregelmäßiger Puls sollte ärztlich abgeklärt werden, denn Vorhofflimmern lässt sich behandeln.

Zusammenfassung

Ein Schlaganfall entsteht meist durch einen Gefäßverschluss im Gehirn. Mit dem BE-FAST-Test lassen sich Gleichgewichts-, Seh-, Gesichts-, Arm- und Sprachstörungen schnell erkennen – dann sofort 112. Bluthochdruck, Vorhofflimmern und Rauchen sind die wichtigsten Risikofaktoren, die sich behandeln lassen.

Häufige Fragen

Ja, wenn auch seltener. Ursachen sind dann häufig Gefäßeinrisse, Herzfehler oder Gerinnungsstörungen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich an deine Ärztin, deinen Arzt oder eine andere qualifizierte medizinische Fachperson.

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